Dachgärten


Preiswerte und ökologische Dachbegrünung auf Schloss Wildenstein

Für und wider die Dachbegrünung

Wer Dächer begrünt, stellt sein Umweltengagement unter Beweis, denn er schafft Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Diese Aussage ist uns geläufig, sie klingt einleuchtend und wird deshalb auch kaum hinterfragt. Doch sie beleuchtet nur die Aktivseite der Ökobilanz einer Dachbegrünung. Verstörend klingt daher eine Aussage, welche bloss die Passivseite beleuchtet: Wer Dächer begrünt zerstört die Umwelt, denn er verschwendet Ressourcen. Denn unter dem Begriff "Dachbegrünung" findet eben auch folgendes statt: Kies und Erde wird abgebaut, transportiert, auf das Dach gepumpt und nach etwa 40 Jahren wenn das Dach undicht wird wieder abgeführt und auf der Deponie entsorgt. Enorme Kiesmengen werden mit immensem Energieaufwand und damit einhergehenden Abgas- und Lärmemissionen zwecks längerer Zwischenlagerung von einer zur anderen (oder wieder zur selben) Grube transferiert, denn mit Erdreich und Pflanzenteilen durchsetztes Kies wird (noch) nicht wiederverwertet.

Natürlich sind beide Sichtweisen einseitig, doch der Passivseite von Ökobilanzen wird regelmässig zuwenig Beachtung geschenkt. Die Frage, ob die Vorteile einer Dachbegrünung deren Nachteile aufwiegen wird ebenso selten aufgeworfen wie eine grunsätzlichere, nämlich ob Artenschutz, der auf der Zerstörung nicht erneuerbarer Ressourcen beruht, noch als nachhaltig bezeichnet werden kann. Zur verbesserten Wärmedämmung – ein weiterer Pluspunkt der Dachbegrünung – ist man mit Dämmstoffen ebenfalls besser beraten als mit Kiesschüttgut.
Der Einwand, diese Kritik ziele zugleich auf den gesamten Abbruch- und Neubauwahn unserer Gesellschaft ist insoweit nicht stichhaltig, als ansonsten nicht vorgegeben wird, im besonderen Interesse der Umwelt bautätig zu werden.

Den grössten Nutzen für die Umwelt bietet ein Gebäudedach nach wie vor für die solare Energiegewinnung. Fotovoltaikanlagen werden auch oft mit einer Dachbegrünung kombiniert. Hier wäre interessant zu wissen, wie lange eine solche Anlage Strom liefern muss, um diejenige Energie zu erzeugen, welche vorgängig nicht nur für die Herstellung der Anlage sondern auch für die Begrünung und die erhöhte Tragfähigkeit des Daches verbraucht wurde. Komplett widersinnig handelt jedenfalls, wer sein Dach begrünt und gleichzeitig ernsthaft in Erwägung zieht, ein Solarkraftwerk auf der grünen Wiese zu platzieren. Für eine nachhaltige Begrünung eignet sich nebenbei bemerkt nebst dem Garten vorzüglich die Fassade.
Dachbegrünung auf dem Satteldach des Büropavillons der Haefel Gartenbau GmbH bestehend aus Sedum (Mauerpfeffer), Moosen und Gräser.
© Haefeli Gartenbau GmbH, 2016-07-13 22:51
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